Endlich wieder Ballonfahren… Von Kempten nach Eglofs

Wie schon letztens angekündigt, sollte der heutige Sonntag ein echten Sonnentag werden. Und er war es auch. Früh um 10 stiegen wir in Kempten auf und fuhren ins ca. 30 km entfernte Eglofs hinter Isny.

Der Wind wurde schon früh sehr flott, aber die Tälter dort laden zu einer ruhigen Landung ein. Aufgrund der aufkommenden Thermik war die Landung nicht ganz so ruhig wie gedacht, aber was solls….

Hier ein paar Eindrücke. Weitere Fotos gibt es dann in den nächsten Tagen in unserer Fotogalerie.

Up, up and away…

Die letzten Tage haben sogar noch etwas Schnee beschert!

Und wie immer war das Landefest lustig und feuchtfröhlig.

Ballontreffen in Lorraine / Frankreich – ich bin dabei

Ich bin ja bekanntlich kein großer Ballontreffen-Besucher. Sehr schön fürs Auge – aber selbst mitfahren hab ich da keine Lust. Nun werde ich mal wieder eine Ausnahme machen:

Vom 27.Juli bis zum 5.August 2007 findet in der Nähe von Metz auf der Chambley Air Base [Sat-Karte]zum 10.Mal die „Mondial Air Ballons“ statt. Damals, 1993 waren wir beim 1.Treffen dabei – auch dort waren es schon ca. 150 Heissluftballone aus aller Welt.

Doch dieses Jahr soll es ein weit aus größeres Spektakel werden: Insgesamt sollen 1000 Teams aus ca. 65 Ländern antreten. 400.000 Zuschauer werden erwartet. Highlight wird ein Weltrekordversuch sein: Die längste „Doppellinie“ von Ballonen mit gleichzeitigem Start. Allein dabei sollen über 300 Ballone in die Luft steigen!

Laut Aussage des Veranstalters ist das Wetter in dieser Zeit besonders gut – in den letzten 9 Jahren konnten im Schnitt 14,67 Ballonfahrten absolviert werden, wobei meist 19 geplant sind. Das macht Lust auf mehr!

An alle Piloten, die auch teilnehmen möchten: Anmeldung.

Und wer als Passagier dabei sein möchte, meldet sich bitte direkt bei uns.

Ballonfahrten – wie sollte das Wetter sein

Ballonfahrer sind wie kaum andere Piloten in der Luftfahrt auf gutes Wetter angewiesen. Denn nur bei 100 % geeignetem Wetter sollte aufgestiegen werden und das Himmelspektakel wird für alle Beteiligten zur wahren Freude. Anderenfalls ist keine sichere Ballonfahrt gewährleistet. Fast täglich werden wir gefragt, was denn nun bestes Ballonwetter sei.

Grundsätzlich liegt die Entscheidung immer auf Seiten des Pilotens. Ich zumindest gehe null Risiko ein – da gibt es leider Gottes auch andere Luftfahrtunternehmen, die bei grenzwertigem Wetter auf Teufel komm raus in die Luft gehen. Gerade in Zeiten schlechtem Wetters ist der Druck besonders groß zu fahren und somit Geld zu verdienen. In der Vergangenheit habe ich hier schon mehrmals über Ballonunfälle (hier oder hier ) berichtet, bei denen das Wetter ausschlaggebend war.

Vor jeder Fahrt checkt der Pilot mehrmals das Wetter – ich benutze zum Beispiel die Dienste von Flugwetter.de (der Deutsche Wetterdienst, kostenpflichtig) als auch Windguru . Beide Dienste geben mir allerlei Infos über die Wetterentwicklungen.

  • Wind: Der Bodenwind sollte beim Start als auch bei der Landung nicht schneller als 10 Knoten wehen, das sind knapp 18km/h. In der Luft ist es kein Thema – wenn es dort schnell ist, sieht man mehr und legt mehr Strecke zurück. Im Sommer ist es meist so, dass man nur morgens und abends fahren kann. Denn dann ist der Wind zumeist schwächer. Wenn es sich während der Ballonfahrt abzeichnet, dass der Bodenwind doch schon schneller ist, hilft man sich meist mit einigen kleinen Kniffen: Man landet in einem Lee, hinter einer Waldlichtung oder streift vor der Landung vielleicht noch leicht die Ähren eines Weizenfeldes (aber nicht so, dass man diese nicht mehr danach gebrauchen kann ;-). Ansonsten gibt es eine Schleiflandung und die Landung wird für den Piloten schwerer, siehe Foto:

  • Thermik: Die Thermik führt auch genau dazu, dass man im Sommer nur an den Tagesrandzeiten Ballonfahren kann. Thermik kann man sich wie Luftblasen vorstellen: Wälder sind relativ kalt, während sich die Luft über einem Feld mehr erwärmt und es Aufwinde gibt. In der Praxis sieht das dann so aus, dass man schnellen Richtungswechseln ausgesetzt ist. Vor allem die Vertikalen Böen sind unerwünscht.
  • Wolken: Wolken sind eigentlich was schönes, solange diese sich nicht zu einem Regenguss oder Gewitter entwickeln. Ich persönlich finde Wolken am Himmel interessanter als einen klarblauen Himmel.

  • Regen, Schnee und Gewitter: Die Ballonhüllen sind speziell beschichtet, damit die warme Luft nicht so schnell durchgehen kann. Nässe schädigt also die dünne Ballonseide. In der Luft kann es sein, dass sich der Regen im Top des Ballons sammelt und ihn somit das Parachute eindrückt. Das ist reine Theorie, habe von so einem Fall noch nichts gehört. Bei Gewitterwarnung ist eigentlich am Boden zu bleiben. Sind man eine Front am Himmel und kommt diese näher, sollte man lieber in den Biergarten gehen.
  • Sichtweiten: Heißluftballone dürfen nur nach Sichtflugregeln fahren. D.h. vertikal und horizontal müssen genügend Sicht sein, damit andere Verkehrsteilnehmer rechtzeitig reagieren können. Und zugegeben, wer möchte schon eine Ballonfahrt machen und nicht einmal 2 km Fernsicht haben. Nebel ist also zum Beispiel auch tabu.
  • Temperaturen: Umso kälter, umso besser, da der Ballon dann besser trägt, man weniger Gas benötigt und somit länger in der Luft bleiben kann. Unser große Ballon kann bei 0 Grad Celsius beispielsweise knapp 1400 Kg heben. Ist es wärmer, verringert sich die Tragfähigkeit und der Gasverbrauch steigt. Im Sommer trägt derselbe Ballon dann vielleicht 400 Kilogramm weniger.

Zum Schluß noch eine alte Pilotenweisheit: (Die nicht von mir stammt!)
Es ist besser zu sagen „Ach wie gerne wäre ich doch nun in der Luft!“ anstatt sagen zu müssen „Ach, wie gerne wäre ich schon wieder unten.“

In diesem Sinne: Genießen Sie ihre Ballonfahrt und vertrauen Sie ihrem Piloten. Denn er möchte auch wieder heil herunterkommen. Seien Sie aber selbst mißtrauisch und fragen lieber nochmals nach, wenn ihnen die Wetterlage nicht ganz geheuer vorkommt. So wie auf diesem Foto (Wer hat das eigentlich von mir gemacht?…), beobachtet der Pilot stets das Wettergeschehen und deren weitere Entwicklung.

Montgolfiere – Erfinder des Heissluftballons

Die Gebrüder Montgolfiere gelten seit jeher als Erfinder des Heissluftballons – obwohl sie niemals selbst mit einem Ballon in der Luft waren. Trotzdem und gerade wegen Ihnen wird der Ballon auch Montgolfiere genannt.

Wie es zu dieser bahnbrechenden Erfindung der Luftfahrt gekommen ist und dass die ersten Ballonfahrer eigentlich 3 Tiere waren, soll dieser Artikel beleuchten.

Joseph Michel (* 26. August 1740, † 26. Juni 1810) und Jacques Étienne (* 6. Januar 1745 in Annonay, † 2. August 1799) Montgolfiere waren Naturwissenschafter und Architekten und leiteten gemeinsam die in Familienbesitz befindliche eigene Papierfabrik.

Bereits Mitte der 1770er Jahre beschäftigte sich Joseph Michel mit der Luftfahrt, und zwar zunächst mit dem Fallschirm. 1777 machte er einen Selbstversuch vom Dach seines Hauses.

etienneNach den Ideen von Joseph Priestleys beschäftigte er sich dann mit den Eigenschaften verschiedener Gase. Er wollte eine luftdichte Hülle, die mit „leichter Luft“ gefüllt war, zum Aufsteigen bringen.

Die Montgolfiers waren der Ansicht, allein der Rauch sei das Auftriebsmittel, und bevorzugten daher stark qualmende Brennmaterialien. Ein erfolgreicher Flug dauerte zehn Minuten und soll eine Höhe von über 1500 m erreicht haben.

Nach den ersten Erfolgen lud König Ludwig XVI. die Montgolfiers zu einer josephDemonstration nach Paris ein. Bereits am 19. September desselben Jahres ließen die Brüder in Anwesenheit des Königs einen Heißluftballon mit drei Tieren (Hammel, Ente und Hahn) aufsteigen. Da die Tiere das Experiment überlebt hatten, gab der König die Erlaubnis zu einem Aufstieg mit Menschen: am 21. November 1783 hoben mit Pilâtre de Rozier und Marquis d`Arlandes die ersten menschlichen Luftfahrer vom Boden ab. Der Flug dauerte 25 Minuten und endete erfolgreich.

Doch ursprünglich sollten Sträflinge als Versuchspersonen eingesetzt werden; nach Protesten aus Adelskreisen ließ man diesen Gedanken jedoch fallen.

Ach ja, was die wenigsten wissen: Eigentlich waren es 3 Gebrüder – Der dritte Montgolfier, Franz Montgolfier, wurde nicht so berühmt wie seine beiden Brüder.

Da die Geschichte der Ballonfahrt somit durch den damaligen Adel erst möglich wurde, bekommt heute jeder Mitfahrer nach der ersten Ballonfahrt einen Adestitel: Warum bekommt jeder Erstgefahrene einen Adelstitel.

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