Archiv der Kategorie: Wetter

Hier finden Sie alles rund ums Wetter!

Kein Wind beim Ballonfahren

So ging es uns gestern Abend – Flaute! Bei einer Fahrzeit von 80 Minuten kamen wir gerade mal 4,17 Kilometer weit. Aber da kann man nichts machen, trotz verschiedenen Höhen, die wir ausprobiert haben. Oben kein Wind, unten kein Wind.

Trotzdem war es schön und wir bekamen einiges zu sehen. Hier die Fotos der Ballonfahrt von Inningen nach Bobingen.

Die Wertach-Staustufe:

Wertach-Staustufe

Gelangweilter Verfolger wartet:

PICT9290

Blumenfeld von oben:

PICT9292

Und Heuballen auf einem Stoppelacker:

PICT9297

Gewitter gefährden Ballonfahrten

Eigentlich wollten wir heute Abend wieder von Augsburg aus aufsteigen. Doch wie auch am Mittwoch Abend vermiest uns ein kräftiges Gewitter die Aussicht auf eine schöne Ballonfahrt.

Auf dem Radarbild sieht das dann so aus:

radarbild

Die farbigen Stellen markieren die Intensitäten des Gewitters – umso dunkler, umso kräftiger fällt das Unwetter aus. Die blaue Stellen markieren auch Hagel.

Neben dem Regen und dem Blitzen ist der Ballon und seine Insassen bei einer Ballonfahrt ebenfalls durch den starken Wind gefährdet. Bei Windgeschwindigkeiten bis 8 Knoten am Boden dürfen wir aufsteigen. In Gewitternähe hat man aber mal eben bis zu 50 Knoten. Eine sichere Landung ist da eigentlich ausgeschlossen.

Ballonfahrten – wie sollte das Wetter sein

Ballonfahrer sind wie kaum andere Piloten in der Luftfahrt auf gutes Wetter angewiesen. Denn nur bei 100 % geeignetem Wetter sollte aufgestiegen werden und das Himmelspektakel wird für alle Beteiligten zur wahren Freude. Anderenfalls ist keine sichere Ballonfahrt gewährleistet. Fast täglich werden wir gefragt, was denn nun bestes Ballonwetter sei.

Grundsätzlich liegt die Entscheidung immer auf Seiten des Pilotens. Ich zumindest gehe null Risiko ein – da gibt es leider Gottes auch andere Luftfahrtunternehmen, die bei grenzwertigem Wetter auf Teufel komm raus in die Luft gehen. Gerade in Zeiten schlechtem Wetters ist der Druck besonders groß zu fahren und somit Geld zu verdienen. In der Vergangenheit habe ich hier schon mehrmals über Ballonunfälle (hier oder hier ) berichtet, bei denen das Wetter ausschlaggebend war.

Vor jeder Fahrt checkt der Pilot mehrmals das Wetter – ich benutze zum Beispiel die Dienste von Flugwetter.de (der Deutsche Wetterdienst, kostenpflichtig) als auch Windguru . Beide Dienste geben mir allerlei Infos über die Wetterentwicklungen.

  • Wind: Der Bodenwind sollte beim Start als auch bei der Landung nicht schneller als 10 Knoten wehen, das sind knapp 18km/h. In der Luft ist es kein Thema – wenn es dort schnell ist, sieht man mehr und legt mehr Strecke zurück. Im Sommer ist es meist so, dass man nur morgens und abends fahren kann. Denn dann ist der Wind zumeist schwächer. Wenn es sich während der Ballonfahrt abzeichnet, dass der Bodenwind doch schon schneller ist, hilft man sich meist mit einigen kleinen Kniffen: Man landet in einem Lee, hinter einer Waldlichtung oder streift vor der Landung vielleicht noch leicht die Ähren eines Weizenfeldes (aber nicht so, dass man diese nicht mehr danach gebrauchen kann ;-). Ansonsten gibt es eine Schleiflandung und die Landung wird für den Piloten schwerer, siehe Foto:

  • Thermik: Die Thermik führt auch genau dazu, dass man im Sommer nur an den Tagesrandzeiten Ballonfahren kann. Thermik kann man sich wie Luftblasen vorstellen: Wälder sind relativ kalt, während sich die Luft über einem Feld mehr erwärmt und es Aufwinde gibt. In der Praxis sieht das dann so aus, dass man schnellen Richtungswechseln ausgesetzt ist. Vor allem die Vertikalen Böen sind unerwünscht.
  • Wolken: Wolken sind eigentlich was schönes, solange diese sich nicht zu einem Regenguss oder Gewitter entwickeln. Ich persönlich finde Wolken am Himmel interessanter als einen klarblauen Himmel.

  • Regen, Schnee und Gewitter: Die Ballonhüllen sind speziell beschichtet, damit die warme Luft nicht so schnell durchgehen kann. Nässe schädigt also die dünne Ballonseide. In der Luft kann es sein, dass sich der Regen im Top des Ballons sammelt und ihn somit das Parachute eindrückt. Das ist reine Theorie, habe von so einem Fall noch nichts gehört. Bei Gewitterwarnung ist eigentlich am Boden zu bleiben. Sind man eine Front am Himmel und kommt diese näher, sollte man lieber in den Biergarten gehen.
  • Sichtweiten: Heißluftballone dürfen nur nach Sichtflugregeln fahren. D.h. vertikal und horizontal müssen genügend Sicht sein, damit andere Verkehrsteilnehmer rechtzeitig reagieren können. Und zugegeben, wer möchte schon eine Ballonfahrt machen und nicht einmal 2 km Fernsicht haben. Nebel ist also zum Beispiel auch tabu.
  • Temperaturen: Umso kälter, umso besser, da der Ballon dann besser trägt, man weniger Gas benötigt und somit länger in der Luft bleiben kann. Unser große Ballon kann bei 0 Grad Celsius beispielsweise knapp 1400 Kg heben. Ist es wärmer, verringert sich die Tragfähigkeit und der Gasverbrauch steigt. Im Sommer trägt derselbe Ballon dann vielleicht 400 Kilogramm weniger.

Zum Schluß noch eine alte Pilotenweisheit: (Die nicht von mir stammt!)
Es ist besser zu sagen „Ach wie gerne wäre ich doch nun in der Luft!“ anstatt sagen zu müssen „Ach, wie gerne wäre ich schon wieder unten.“

In diesem Sinne: Genießen Sie ihre Ballonfahrt und vertrauen Sie ihrem Piloten. Denn er möchte auch wieder heil herunterkommen. Seien Sie aber selbst mißtrauisch und fragen lieber nochmals nach, wenn ihnen die Wetterlage nicht ganz geheuer vorkommt. So wie auf diesem Foto (Wer hat das eigentlich von mir gemacht?…), beobachtet der Pilot stets das Wettergeschehen und deren weitere Entwicklung.

Alpenüberquerung im Ballon

2004 konnte ich meine erste und bisher erste Alpenüberquerung im Ballon unternehmen. Es war sehr anstrengend, aber ein riesiger Genuß. Außer dem Teilnehmen am Ballontreffen in Albuquerque gibt es für einen Ballonfahrer eigentlich keine Steigerung mehr.

Alpenüberquerung im Ballon

In fast 4 Stunden erreichten wir von Kempten aus ein kleines Bergtal bei Bagolino in der Nähe von Bergamo in Italien. Bei einer grandiosen Fernsicht, einem dampfenden gelben Smiley, Temperaturen von -20 Grad in 6200 m Höhe und Windgeschwindigkeiten bis 120 km/h war es ein faszinierendes Erlebnis. 240 km mit dem Ballon. Alle Fotos in unserer Fotogalerie.

Wie muss das Wetter sein?

Bei einer Überquerung im Ballon müssen die meteorologischen Bedingungen 100% stimmen, damit die Fahrt ein voller Erfolg wird und problemlos durchgeführt werden kann: Strenge Nordwinde müssen in der Höhe herrschen – ab ca. 5.000 m MSL ist man auf der sicheren Seite. Wenn der Wind zu langsam ist, kommt man nicht schnell genug über den Hauptkamm. In diesem Fall reicht der Gasvorrat nicht und man ist gezwungen in einem der engen Alpentäler zu landen.

Wie lange dauert die Fahrt und können diese durchgeführt werden?

Typische Zeit sind die Monate November bis Februar, da man in dieser Zeit schon den ganzen Tag (aufgrund der schwachen Thermik) fahren kann. Im Sommer wäre es zu warm und das Zeitfenster für eine Fahrt wäre zu kurz. Je nach Windgeschwindigkeit benötigt man zwischen 3 und 5 Stunden.

Alpenüberquerung im Ballon

Wo kann man mitfahren?

Wer auch in diesen Genuß kommen möchte, dem empfehle ich sich bei einem professionellem Luftfahrtunternehmen im Allgäu zu erkundigen. Einen Anbieter finden Sie beispielsweise hier. Wir selbst nehmen keine Gäste mit, das überlassen wir den langjährig erfahrenen Alpinisten. Denn es gibt einige Unternehmen, die sich quasi auf solche Abenteuer spezialisert haben.

Wenn Ihnen eine komplette Überquerung zuviel kostet bzw. zu aufwendig ist, fahren Sie doch mit uns im Allgäu. Die nächsten Termine finden wieder im Januar/Februar 2007 statt!

Jetzt eine Winterfahrt im Allgäu hier buchen!

Jetzt eine Alpenüberquerung hier buchen!

Alpenüberquerung im Ballon

Der Wettergott liess uns mal wieder im Stich

Am 1.Juni schrieb ich noch, dass das Wetter über Pfingsten in Bayern schön wird – Pustekuchen! Es war verflixt…
Von 10 geplanten Ballonfahrten konnten nur 3 stattfinden. Darunter war eine Sonnenaufgangsfahrt – Pünktlich um 05:15 Uhr morgens stiegen wir am Pfingstmontag gen Himmel. Es führte uns vom bayrischen Wemding Richtung Neuburg an der Donau.

An den restlichen Tagen war es aber ein Trauerspiel: zuviel Wind, Gewitter oder Regen! Bin mal gespannt, wann wir den Sommer bekommen…
Neue Termine für Ballonfahrten im Juni, Juli und August gibt es unter ballonservice.de.

Und zum Abschluß: So sah gestern Abend der Himmel über Augsburg aus:

Augsburg im Regen

Augsburg im Regen

Augsburg im Gewitter

Wenn das kein Abendgewitter war… So schnell wie es gekommen ist, war es auch schon wieder weg.

Hier ein paar Schnappschüsse vom meinem Balkon aus der Augsburger Innenstadt:

Aber zum Glück soll nun ein schönes Wochenende kommen – Für uns noch Ballonfahrten-frei, da die ersten Ballonfahrten am letzten Wochenende im April geplant sind.