Kategorie-Archiv: Ballonfahrer

Ballonfahrt in Namibia – Erlebnis oder Abzocke?

Eine Ballonfahrt in Namibia über der ältesten Wüste der Welt!

Weihnachten 2009 haben wir in Namibia in dem kleinen Örtchen Sesriem bei den Sanddünen von Sossusvlei verbracht. Und weil wir selbst passionierte Ballonfahrer sind, haben wir uns nach einem Angebot für eine Ballonfahrt umgeschaut. Denn vor einiger Zeit hatten wir hier schon einmal übers Ballonfahren in Namibia berichtet.

Allerdings haben wir nur einen Anbieter (Namib Sky Balloon Safaris) gefunden, der umgerechnet ca. 400,- € für eine einstündige Ballonfahrt, mit Sektfrühstück sowie Transfer verlangt. Es wird mit drei großen Ballonen, die Platz für acht, zwölf und 16 Passagiere bieten, geworben. Konkurrenz gibt es nicht, es herrscht ein Monopol! Man stelle sich mal vor, dass es an den Alpen nur einen Anbieter gäbe. Ist das Namibia, welches wie viele andere afrikanische Länder auch für seine Korruptheit bekannt ist (Ein Beispiel um das zu untermauern: In Swakupmund wurde gerade viele Straßen nach noch lebenden Ministern benannt!)?

Foto: An den Straßen wird sehr viel Werbung für die überteuerten Ballonfahrten gemacht.

4.000 Namibische Dollar? Ein wahres „Schnäppchen“ haben wir uns gedacht, kostet doch in Deutschland eine Ballonfahrt über 60 bis 90 Minuten etwa nur die Hälfte.
Im Prospekt von Namib Sky Balloon Safaris, ein Unternehmen, das seit 1991 operiert, wird wie folgt geworben:

Ballonfahren… „All around the red Sossusvlei dunes.“ bzw. “… over the majestic Namib Desert in the Sossusvlei region and the NamibRand Nature Reserve“.
Beim Touristen, der sich nicht besonders gut auskennt und der sich keine großartigen Gedanken macht, könnte diese Broschüre den Eindruck erwecken, dass aus dem Weidenkorb ein Blick auf das eigentliche Wüstengebiet mit Sossusvlei, Dead Vlei, und Hidden Vlei möglich ist. Dem ist jedoch nicht so. Bei genauerem Nachfragen erfuhren wir dann, dass eine Ballonfahrt über der Namibwüste für 4000 Namibianische Dollar mehr eine „life time experice“ sei, denn der Startplatz sei ca. 60 bis 80 km vom eigentlichen Wüstengebiet entfernt.
Ha, eine ca. einstündige, „einmalige Lebenserfahrung“ für eine Stange Geld ohne dabei das Highlight Namibias erblicken zu können?! In meinen Augen mehr Abzocke als „Lebenserfahrung“!

Rundflug im Flugzeug über Sossusvlei – die bessere Alternative!
Wir haben uns dann für einen Rundflug im Kleinflugzeug von Swakopmund aus entschieden. Man startet an der Küste, der Flug dauerte gut zwei Stunden und man legt eine Strecke von mehr als 600 km zurück. Es war traumhaft schön und wir hatten Blick auf das ganze Wüstengebiet, von Swakopmund bis Sossusvlei.

Und die Vorzüge? Doppelte Länge und halber Preis!

So sieht man also die Sanddünen von Sossusvlei nur aus dem Flugzeug:

Galerie der Ballonanhänger

Da es am ersten Wochenende viel geregnet hat beim Ballontreffen in Metz , hatte ich ein bisschen Zeit rumzulaufen und mir die anderen Ballonfahrer bzw. dessen Ballone – und Anhänger anzuschauen. Daraus lässt sich nun eine witzige Galerie basteln. Wie transportieren andere Ballonfahrer ihre „Lieblinge“? Während bei unseren Anhängern jeder Zentimeter ausgenützt wird – Spezialanfertigung sei Dank – nehmen es andere Ballonfahrer nicht so sehr wichtig. Seht selbst….

Erst einmal diese, die dem Wetter trotzen wollen…

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Und dann gibt es solche, denen ist es egal, ob es regnet oder nicht…

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Und auch diese Ausrüstung wird nicht allzu alt…wetten?

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Dann gibt es noch die „Witzbolde“:

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Deshalb nämlich, er unterstützt die britischen Bauern…

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Und die Kunstwerke:

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Und Deutschland als ICAO Karte auf dem Anhänger: AUGSBURG! Sehr cool.

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Ach ja, die anderen Ballonfotos aus Metz folgen bald.

Montgolfiere – Erfinder des Heissluftballons

Die Gebrüder Montgolfiere gelten seit jeher als Erfinder des Heissluftballons – obwohl sie niemals selbst mit einem Ballon in der Luft waren. Trotzdem und gerade wegen Ihnen wird der Ballon auch Montgolfiere genannt.

Wie es zu dieser bahnbrechenden Erfindung der Luftfahrt gekommen ist und dass die ersten Ballonfahrer eigentlich 3 Tiere waren, soll dieser Artikel beleuchten.

Joseph Michel (* 26. August 1740, † 26. Juni 1810) und Jacques Étienne (* 6. Januar 1745 in Annonay, † 2. August 1799) Montgolfiere waren Naturwissenschafter und Architekten und leiteten gemeinsam die in Familienbesitz befindliche eigene Papierfabrik.

Bereits Mitte der 1770er Jahre beschäftigte sich Joseph Michel mit der Luftfahrt, und zwar zunächst mit dem Fallschirm. 1777 machte er einen Selbstversuch vom Dach seines Hauses.

etienneNach den Ideen von Joseph Priestleys beschäftigte er sich dann mit den Eigenschaften verschiedener Gase. Er wollte eine luftdichte Hülle, die mit „leichter Luft“ gefüllt war, zum Aufsteigen bringen.

Die Montgolfiers waren der Ansicht, allein der Rauch sei das Auftriebsmittel, und bevorzugten daher stark qualmende Brennmaterialien. Ein erfolgreicher Flug dauerte zehn Minuten und soll eine Höhe von über 1500 m erreicht haben.

Nach den ersten Erfolgen lud König Ludwig XVI. die Montgolfiers zu einer josephDemonstration nach Paris ein. Bereits am 19. September desselben Jahres ließen die Brüder in Anwesenheit des Königs einen Heißluftballon mit drei Tieren (Hammel, Ente und Hahn) aufsteigen. Da die Tiere das Experiment überlebt hatten, gab der König die Erlaubnis zu einem Aufstieg mit Menschen: am 21. November 1783 hoben mit Pilâtre de Rozier und Marquis d`Arlandes die ersten menschlichen Luftfahrer vom Boden ab. Der Flug dauerte 25 Minuten und endete erfolgreich.

Doch ursprünglich sollten Sträflinge als Versuchspersonen eingesetzt werden; nach Protesten aus Adelskreisen ließ man diesen Gedanken jedoch fallen.

Ach ja, was die wenigsten wissen: Eigentlich waren es 3 Gebrüder – Der dritte Montgolfier, Franz Montgolfier, wurde nicht so berühmt wie seine beiden Brüder.

Da die Geschichte der Ballonfahrt somit durch den damaligen Adel erst möglich wurde, bekommt heute jeder Mitfahrer nach der ersten Ballonfahrt einen Adestitel: Warum bekommt jeder Erstgefahrene einen Adelstitel.

Vergleich Gasballon und Heissluftballon

„Mit dem Gasballon auf grosse Fahrt“ heisst ein Artikel, der nun bei der Schweizer „Thurgauer Zeitung“ erschienen ist. Erzählt wird von den zwei einzigen Thurgauer Gasballonpiloten Kurt Frieden aus Hohentannen und Stefan Zeberli aus Heldswil.

Es wird von tagelangen Gasballonfahrten erzählt und den vergangenen Abenteuern der 2 Ballonfahrer.
Interessant ist der Vergleich Gasballon und Heissluftballon:

Heissluftballone:

  • fahren am frühen Morgen oder am Abend.
  • sind birnenförmigen.
  • Die Luft in der Ballonhülle wird mit einem Propangasbrenner erhitzt. Dadurch wird die Luft im Ballon leichter als die kältere Luft um den Ballon.
  • Um den Ballon in der Luft zu halten muss der Pilot muss immer wieder nachheizen.
  • Heissluftballone gibt es in verschiedenen Grössen. Von 1000 bis 10 000 Kubikmeter. Kleinere für Wettkämpfe, grössere für Passagierfahrten.

Gasballone:

  • können den ganzen Tag fahren, unabhängig von der Thermik.
  • sind runde Kugeln.
  • sind gefüllt mit einem Traggas, meist Wasserstoff oder Helium. Dieses Gas ist wesentlich leichter als Luft.
  • gibt es in den Grössen 780 bis 1050 Kubikmeter. Sie haben demzufolge eine definierte Tragkraft. Zählt man davon das Gewicht des Ballons und der Passagiere ab, erhält man das Restgewicht, welches in Form von Sand- und Wasserballast mitgeführt wird
  • haben keinen Brenner: Um aufzusteigen, muss Ballast abgeworfen werden, will der Pilot sinken, kann er über ein Ventil oben am Ballon Gas ablassen. Je sparsamer er mit dem Ballast umgeht, umso länger bleibt der Ballon in der Luft.
  • sind rund viermal kleiner als ein Heissluftballon, um das gleiche Gewicht zu tragen.

Neuer Höhenrekord im Heissluftballon

Der Inder Vijaypat Singhania Der Inder Vijaypat Singhania ist in einem Heißluftballon bis auf 69.852 Fuß Höhe, das sind 21.291 Meter, aufgestiegen und erzielte damit einen neuen Höhenrekord. Der bisherige Rekordhalter, der Schwede Per Lindstrand, hatte 1988 über dem US-Bundesstaat Texas nur 19.811 Meter erreicht. Der betagte „Heißluftastronaut“ hat rund 40 Jahre Luftfahrterfahrung und bereitete sich sechs Monate mit intensivem Training auf den Versuch vor. Auch seine Ausrüstung war rekordverdächtig: Die Gondel – eine isolierte Druckkapsel aus Aluminium – hängt an einem 487.680 Kubikmeter großen Ballon, der etwa so hoch ist wie ein 22-stöckiges Gebäude. Die Außenhülle aus geripptem Nylon kann 80 Tonnen Luft einschließen. Ein versiegeltes Barometer, installiert von der internationalen Vereinigung der Aeronauten, hat nach der Landung Auskunft gegeben, wie erfolgreich Singhanias Fahrt war.

Auch wenn der Rekord schon am 26.11.2005 stattfand, wurde dieser erst jetzt von der internationalen http://www.fai.org nach gründlicher Prüfung anerkannt:

FAI has ratified the following Class A (Free balloons) record :
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Claim number : 12267
Size category AX-15 (Hot-air balloons: 22 000 m³ and above)
General Category
Type of record : Altitude
Course/location : Mumbai (India)
Performance : 21 027 m
Pilot : Vijaypat SINGHANIA (India)
Balloon : Cameron Balloons Z-1600
Date : 26.11.2005
Previous record : 19 811 m (06.06.1988 – Per Axel LINDSTRAND, UK)
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FAI congratulates the pilot on his splendid achievement.

Ballonfahrten-Betrugsfall: Verkaufte Gutscheine waren nur Einnahmequelle

Bewährungsstrafe für Betrug mit Ballonfahrten

Schwarze Schafe gibt es in jeder Branche:

Wie die Braunschweiger Zeitung berichtet hatte ein Ballonfahrer zwischen 2003 und Mitte 2005 hatte Gutscheine für Ballonfahrten für jeweils 150 bis 199 Euro verkauft, eingelöst wurden die Tickets in den angeklagten Fällen jedoch nie.

Schuld daran war anscheinend das schlechte Ballonwetter im Jahr 2004, in dem nur 8 Ballonfahrten möglich waren. (Weiss nicht, wie es in Norddeutschland war, wir aber haben über 100 Ballonfahrten machen können.). Ebenso sagte er Ballonfahrten ab wegen defekten Ballons und fehlender Tüv-Abnahmen (dabei ist das Luftfahrtbundesamt direkt vor seiner Haustüre…).

„Die Richterin hielt ihm vor: „Obwohl Sie wussten, dass Sie die Tickets aus 2004 schon nicht abarbeiten konnten, haben Sie 2005 munter weiter verkauft. Die Ballonfahrten waren alle als Geschenk gedacht, also rechneten die Käufer mit zeitnaher Einlösung, damit steht eine Täuschung Ihrerseits fest.“ so die Braunschweiger Zeitung.

Auch in Bayern gab es vor Jahren einen ähnlichen Fall, wenn auch nicht ganz so dreist. Ein Ballonunternehmer machte trotz hoher Einnahmen Konkurs, konnte die bezahlten Gutscheine nicht abfahren und die Kunden sahen in die Röhre. Radio Fantasy kam auf mich zu und wollte 2 dieser Kunden trotzdem mit einer Ballonfahrt überraschen. Und somit kam ich im Rahmen der Aktion „Wünsch dir was – die Wunderlampe“ ins Radio…

Hier gibt es die Geschichte und mein Interview mit Alexander Wohlrab zum download!

Ballonfahrer Bertrand Piccard kommt zu Ehren: Namensgebung für Schneckenart

Wenn ein Biologe ein Tier entdeckt, ist es sein Privileg, es zu benennen. Der erste Name bezeichnet die Art, der das Tier angehört und den zweiten kann der Forscher frei wählen.
Nun wurde eine (unbehaarte!) ca. 6 bis 7 mm große Schnecke in der Schweiz entdeckt. Welch eine Sensation, ist ja ansonsten in der Schweiz ziemlich tote Hose (Sorry liebe Schweizer, aber eure Berge sind klasse!)!

Schneckenart Trochulus piccardi

+

Breitling orbiter

= Trochulus piccardi

Die Schnecke war in der Nähe von Château d’Oex entdeckt worden, von wo aus Bertrand Piccard 1999 zu seiner Weltumrundung im Ballon gestartet war. Trochulus piccardi heisst also nun das neue Prachtstück… Dies berichtet eine Schweizer Nachrichtenseite. Mir fielen auf Anhieb auch etliche Namen für Tiere ein, die sich sicherlich auch noch finden ließen… z.B. Acinonyx jubatus Fosset oder Aquila Schneider

Anyway, hat das ansonsten noch ein Hintergrund, dass hier die Zunft der Ballonfahrer als „Schnecken“ bezeichnet werden? Ich hoffe, dass der gute Biologe tatsächlich nur Bertrand Piccard huldigen wollte… Oder hat das vielleicht was mit der… naja… Langsamkeit der Schweizer zu tun? Da sehe ich jaParallelen … und Mediamarkt bekanntlich auch (finde leider dne TV-Spot nirgends…)