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Die Freundschaftsfahrt des Ballonsportclubs Hellenstein begann auf der Steinheimer Heide
(März 1998, von Andreas Uitz, Heidenheimer Zeitung)

Wenn der Prinz der Lüfte zur Fuchsjagd bläst

Mit Hilfe der Naturgesetze entschweben die Piloten für eineinhalb Stunden dem irdischen Leben

   Ich bin getauft. In den Adelsstand der Ballonfahrer erhoben. Fortan darf ich mich Baron Andreas, in den Abendhimmel aufsteigender Luftritter zu Steinheim nennen. Geadelt aus Tradition, weil es zu Zeiten der Gebrüder Montgoliere im 18. Jahrhundert und auch noch lange Zeit danach den betitelten Herrschenden vorbehalten war, sich über das gemeine Volk in die Lüfte zu erheben.
   Es ist eng in der Gondel, die unter dem 30 Meter hohen Ballon wie schmückendes Beiwerk aussieht. Drei Passagiere quetschen sich mit mir und dem Piloten Prinz Nils von Düppenweiler in das enge Korbgeflecht. Über unseren Köpfen nur die chromglänzenden Düsen, von denen in den nächsten eineinhalb Stunden alles abhängen wird.
   Der Fuchs ist bereits entschwebt, die ersten Jäger heften sich an seine Fährte. Richtung und Ziel gibt der blaue Ballon vor, an ihm werden sich die 22 Luftgefährten orientieren, versuchen, in seiner Nähe zu landen, um aus dieser Fuchsjagd als Sieger hervorzugehen. Immer wieder dreht Prinz Nils an dem Hebel über unseren Köpfen, schießt die sechs Meter hohe Flamme mit großem Getöse in den mit 3000 Kubikmeter Luft gefüllten Raum. 

Buch-Tipp


 

 

  Die erhitzte Luft eingeschlossen in der riesigen Kunststoffhülle, will nach oben steigen, entweichen. Stärker wird diese Kraft, die Gondel zuckt, ist kaum noch am Boden zu halten. Endlich ist unter den zahlreichen verzerrten Stimmen die unaufhörlich aus dem knisternden Lautsprecher des Funkgerätes zu hören sind, die, auf die wir gewartet haben: Startfreigabe!
   Kein rucken, kein plötzliches losschießen ist zu spüren. Vollkommen ruhig, kaum registrierbar kommt die Physik zu ihrem Recht, können sich die Naturgesetze frei entfalten. Die heiße Luft im Ballon steigt nach oben, mit ihr beginnen wir zu schweben, gewinnen zusehends an Höhe. Winzig werden die vielen Zuschauer auf der Steinheimer Heide, von der uns der Wind immer weiter weg trägt.
   870 Meter über dem Meeresspiegel lassen wir Steinheim links unter uns zurück, treibt uns die Luftströmung nach Nordwesten. Vor, hinter, über und unter uns schweben die anderen Heißluftballons, noch nah beieinander. Immer deutlicher wird wie unterschiedlich der Wind in den verschiedenen Höhen bläst. Alle haben den Fuchs im Visier, und im Gegensatz zu vielen anderen Piloten, gelingt es Prinz Nils, die Winde zu ergattern die auch den bauen Ballon vorwärtstreiben. Die Richtung stimmt.
   Das Felsenmeer ist fingerbreit und daumenlang. Wahrscheinlich würde hier oben vollkommene Ruhe herrschen, wäre da nicht das allgegenwärtige Zischen der Düsen, gelegentlich durch das lautstarke verbrennen von Propangas unterbrochen, das uns wieder neue Höhen erklimmen läßt. Die Idylle stören auch die Funksprüche, mit denen die Piloten Kontakt zu ihren Crews halten die, stets um Sichtkontakt bemüht, hinterherfahren.
   Der Prinz wirkt angespannt, wir sind dem Fuchs auf den Fersen. Einige Ballone sind so weit abgetrieben, daß für sie keine Chance mehr besteht, bei dem Gejagten zu landen. Hinter einem Waldstück scheint der blaue Ballon zu versinken, seine Landung deutet sich an. Wir gehen tiefer, ich spüre die kalte Luft, die von den Bäumen ausgeht. Mit beiden Brennern muß Nils heizen. Meinem Empfinden nach kommen wir den Baumwipfeln empfindlich nahe.
Geschafft, meine Anspannung verfliegt, die des Piloten steigert sich. Wir sinken bis auf wenige Meter über dem Boden. Der blaue Ballon ist gelandet. Wir erwischen die falsche Strömung, entfernen uns immer weiter vom gewollten Landeplatz und damit vom Sieg. Die Gondel setzt setzt mit einem enormen Ruck auf dem Acker auf. Wie ein Gummiball schnellt der Ballon wieder nach oben, gleitet weiter über den Boden.
   "Das war nicht geplant", sagt Prinz Nils, und gibt Feuer. Weiter fahren wir über die Schollen, steuern auf einen Feldweg zu, an dem bereits die Familie des Piloten wartet. Noch zwei kurze Aufsetzer, Stillstand. Der blaue Ballon wird einige hundert Meter weiter verpackt.
   Besser gesonnen waren die Winde vor allem dem Schweinfurter Elmar Fietz und den Heidenheimern Gerhard Straub und Peter Aigen, die dem Fuchs am nächsten kamen und das Siegertreppchen erklimmen durften.

Quelle: http://www.ballonservice.de
nils@ballonservice.de

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Letzte Änderung am 26.03.2010
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